Null-Zins-Politik: Chancen nutzen – Verluste vermeiden


Die Inflationsrate lag in Deutschland im Oktober bei 1,8 Prozent. Das klingt zunächst nicht sehr hoch, bedeutet aber, dass ein Anleger, der 50.000 Euro unverzinst liegen ließ, Waren und Dienstleistungen im Wert von 900 Euro weniger erwerben konnte als im Oktober 2016. Bei 100.000 Euro hat ein Anleger schon 1.800 Euro an Kaufkraft verloren. Dieser Kaufkraftverlust geschieht jedoch unbemerkt, nominal stehen ja immer noch 50.000 bzw. 100.000 Euro auf dem Konto.

Wird sich in naher Zukunft etwas an der Zinssituation ändern?
Weil sich die Banken zinsfrei bei der Europäischen Zentralbank (EZB) Geld leihen können, profitieren insbesondere die hoch verschuldeten Staaten im Euro-Raum; sie müssen vergleichsweise geringe Zinszahlungen leisten. Alte Verbindlichkeiten, die nun fällig werden, könnten sogar die Neigung erhöhen, sich weiter zu verschulden, muss doch für neue Schulden weniger Zins aufgewendet werden als in der Vergangenheit. Leidtragende sind die Geldanleger, die diese „Unterstützung“ der Staaten durch ihren Kaufkraftverlust „bezahlen“. Das ist seitens der EZB politisch so gewollt – eine Erhöhung des Leitzinses ist in absehbarer Zukunft nicht zu erwarten.

Welche Strategien passen in diese Zinssituation?
– Geldwertanlagen sollten auf ein Minimum beschränkt werden, beispielsweise für Notfallrücklagen.
– Als Anlage eignen sich grundsätzlich Sachwerte (beispielsweise Immobilien) oder sogenannte Substanzwerte (Fondsanlagen in Aktien).
– Grundsätzlich sollten die Investitionen gestreut werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Anlagen nicht miteinander korrelieren.
– Bestehende, noch hochverzinslich abgeschlossene Darlehen sollten getilgt werden (ggf. auch durch Sondertilgungen) oder – wenn möglich – mit neuen, günstigeren Darlehen zurück gezahlt werden.
– Aktuelle Darlehen bieten die Chance, Sachwertanlagen zu finanzieren und dort einen höheren Ertrag zu erzielen, als für die Darlehen an Zinsen zu leisten ist. So können beispielsweise Immobilien durch eine Finanzierung mit später durch die Inflation „entwertetem Geld“ zurückbezahlt werden.

 

 

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